Seerosen-Hoechstetter, Bayerische Spezialgärtnerei für Seerosenzucht und Wasserpflanzenkultur

 

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Lotosblüte
Der Lotos (Nelumbo):

Seit 30 Jahren beschäftigen wir uns mit dieser schönen Pflanze. Es ist viel Erfahrung und auch ein wenig Glück notwendig, sie zu ziehen. So einfach aber, wie die Kultur der Lotospflanze auf einschlägigen Internetseiten beschrieben wird, ist es leider nicht. Denn oft handelt es sich bei den angebotenen Lotos-Rhizomen um hinfällige Importe, die oft den Transport und die klimatische Umstellung nicht überstehen. Das ist der Hauptgrund, warum die Lotospflanze bei Gartenliebhabern so selten anzutreffen ist. Selbst botanische Gärten, mit denen wir in Kontakt sind, haben häufig Schwierigkeiten damit. Unsere Sommer sind immer häufiger zu kalt. Auch wächst sie keinesfalls dauerhaft in Wohnzimmern oder Wintergärten, denn der Lotos ist eine der lichtbedürftigsten Pflanzen überhaupt.
Nelumbo lutea (pentapetala), Blütendurchmesser: 20 cm, stammt aus Nordamerika und gedeiht hauptsächlich im Süden Deutschlands, insbesondere in den Weinbaugebieten. Ist der Sommer kühl und regnerisch, haben die Rhizome mitunter Schwierigkeiten auszureifen. Obwohl der Lotos verschiedentlich als völlig winterhart bezeichnet wird, ist es doch besser, die Rhizome an einem kühlen, frostfreien Standort zu überwintern. Das ist auch in einem Einschlag möglich; die Rhizome werden dann mit einer dicken Laubschicht bedeckt (30-40 cm). Die Lotosblume verlangt einen nahrhaften, gut gedüngten Boden von 30-40 cm Tiefe und eine Düngung mit organischem Dünger. Bei flachem Wasserstand und einem vollsonnigen, warmen Platz erscheinen im Juni/Juli die seerosenähnlichen Blüten, die sich bis zu 1 m über den Wasserspiegel erheben können. Da die Kultur der Lotosblume einige Mühe erfordert, pflanzt man sie auf keinen Fall im freien Teichgrund aus, sondern hält sie in einem größeren Behälter, z.B. in einer Plastikwanne, deren Erde sich problemlos austauschen lässt. Vorsicht jedoch beim Umgang mit den brüchigen Rhizomen, Teile ohne Triebspitze sind nicht mehr lebensfähig!

Nelumbo nucifera (speziosa), Blütendurchmesser: 30 cm, auch ostindischer oder "Heiliger Lotos" genannt, ist von Indien und dem südlichsten Asien über die Philippinen bis Japan und Australien verbreitet.


Der Lotos und die Philosophie

Im Hinduismus ist der Lotos das Zentrum des Universums; im Anbeginn entstand die Blume aus dem Nabel des Großen Gottes, und in diesem Zentrum saß Brahma, dessen Aufgabe es war, die Welt nach der großen Flut wiederherzustellen. In jedem Menschen war der Geist des Lotos.

Buddha erschien auf einem Lotosblatt auf der Erde. Die Pflanze folgte dem Buddhismus bis ins ferne China und nach Japan. Die Pflanzen werden in Teichen und in Flüssen gehegt, den Blüten wird mit großer Ehrfurcht begegnet. Sie symbolisiert die Haltung des Menschen z.B. in Yogaübungen, bei denen man nach dem höchsten Grad des Bewusstseins strebt – dem "Tausendblättrigen Lotos".

In früheren Kulturen war die Blume Sinnbild für weibliche Schönheit und Fruchtbarkeit. Lotos und Seerosen, die beide ihre Blüten aus schlammigem Untergrund ans Licht bringen, stehen daher als Symbol für das Leben selbst.

Quelle: "Waterlilies and other aquatic plants" Stapely Water Gardens and Collins Sons & Co, Ltd. 1989